Allgemein · Was dieser Blog soll.

Warum das alles?

Ich bin heute 22 Jahre alt und habe eine ganze Sammlung von Texten, aus meiner Jugend, aber auch von heute.

Natürlich, greife ich da an wo es weh tut, denn ich könnte genauso dein Kind sein. Glaubst du nicht? Das würden weder meine Familie, noch die Familien meiner Freunde glauben, vertrau mir.
Denn wir sind nicht dumm, im Gegenteil, wir alle haben Abitur, irgendwas aus dem Leben gemacht, doch wir haben dieses Doppelleben immer geliebt. Und Perfektioniert.

Wir sind gepflegt, achten auf unser äußeres, auch unser Handy kannst du durchsuchen, niemals würdest du einen Satz finden, der auf unsere Vergangenheit schließen lässt. Die wichtigen Sachen lassen sich doch immer nur zwischen den Zeilen lesen, aber nur wenn man versteht.

Und diese Möglichkeit will ich hiermit geben.

Gedanken am Rande · Heute

Falsches Spiel

Falsches Spiel

Jahrelang eine Clique, zusammen aufgewachsen, zusammen gelebt, gehasst und geliebt. Auch ineinander. Doch wir waren füreinander da. Immer.
Bis vor ein paar Monaten. Mein Beziehungsende, das Abrutschen meines Ex Freundes, der Rückzug von Drogen meines besten Freundes.
Mein bester Freund und ich haben seit Monaten ein komisches Verhältnis, es ist unglaublich anstrengend, so voller Probleme.
Als wir nach Monaten dann doch mal wieder zusammen saufen waren hab ich den Grund verstanden, den Grund für das ganze aus dem Weg gehen, für all das Hin und her. Ein Kuss, zwei Küsse. Nein, kein rummachen, Disney Küsse.
5 Tage später, das gleiche, intensiver. Da sind Gefühle, es kocht über, meinerseits.
Seinerseits? Keine Ahnung.
Er kann keine Entscheidung treffen, will mich auf keinen Fall verletzen.
Okay, ist geglaubt, trotzdem alles intensiver denn je.
Alles so anders, alles neu, alles rosa, irgendwie.
Alles so gar nicht ich.
Ich will nicht schwach sein, will das gefühlte vergessen.
Selber doch kein Heiligenschein, erwarte ich Reaktionen, doch es kommt nichts.
Verwandle mich in das kleine Mädchen, hast mich irgendwie gebrochen, würde alles tun für etwas mehr Zeit mit dir, doch da ist nichts. Wie sollte es auch? Wenn du dich selbst verlierst, wer soll ich dich denn finden?
Was sich anstaut ist lediglich noch Enttäuschung, irgendwie verletzt, doch du verletzt mich nicht. Letzte Konsequenz, ab zu deinem Ex besten Freund, meinem Ex Freund. Dem, dem diese ganze Geschichte das Herz brechen würde, doch ich muss raus, muss weg. Verarsch uns alle letztlich selber, passend zu der abfuck Welt die wir uns erschaffen haben.
Ich weiß du willst loyal sein, doch was ist Loyalität am Ende noch wert?

 

Heute

Falsche Entscheidungen

Deutschland, 28.06.2017, 22.48Uhr
22 Jahre

Vom Alkohol benebelt und von Gefühlen wie Liebe, beziehungsweise Kummer geplagt, tippte ich halbherzig eine Nachricht.
„Ich weiß, du hast eigentlich keine Lust aber kannst du was für mich kaufen?“, meine Frage bezieht sich gedanklich auf Dope und Longpapes. Ja, ich hasse es Longpapes kaufen zu gehen, also lass ich mir die einfach mitbringen.
„Ja, zwannni?“, leuchtet kurze Zeit später auf. Verwirrt schau ich auf das Display, er weiß doch gar nicht was ich will. Oder besorgt er mir doch wieder Pepp? Innerlich grinse ich ein wenig. Das war schon fast zu leicht.
„Echt? Ja.“, tippe ich und warte ein wenig hibbelig

„Besser es kommt von mir und ich weiß, dass es dich nicht umbringt. Aber war’n heftiger Krieg im Kopf. Einerseits will man dich um jeden Preis sehen, andererseits scheint der Preis zu hoch, wenn ich mir überleg was es anrichtet.“, wow, ganz schön fürsorglich. Was ist da denn los?
Liebe muss ganz schön scheiße sein.
Wäre so viel einfacher ohne, vielleicht würden wir uns dann nicht immer alle abschießen, nur weil wir den jeweils anderen wollen.

Deutschland deine Kinder · Heute

Erwachsen sein

Deutschland, 2.02.2017, 18:38Uhr
22 Jahre

„Bitte, ich schreib nächste Woche Klausur, ich kann jetzt nicht aufhören.“, etwas zu hibbelig saß ich bei meinem Ex Freund und bettelte ihn quasi an.
„Ja, ich regel das doch schon.“, sagte er genervt mit seinem Handy in der Hand. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich es letzte Mal so lange hier war.
„Danke, spätestens nach Fasching hör ich auf, wirklich.“, maulte ich und legte mich auf das Bett, ich war müde, müde vom Leben, hatte einen unnötigen Stress mit meinem besten Freund, der für mich vielleicht ein wenig mehr war, als das. Aber das konnte ich ja schlecht sagen.
Er beäugte mich kritisch, ich rollte lediglich meine Augen.
„Ich war ewig Vernünftig, ich hab jetzt grade keine Lust mehr drauf und du weißt ganz genau, dass ich früher oder später von alleine aufgehört hab. Außerdem hab ich seit September quasi nichts illegales in meinen Händen gehabt.“- Hatte ich wirklich nicht, bis vor einer Woche.
Jetzt will ich einfach nur noch irgendwas durch die Nase ziehen. Fühlen und gleichzeitig nicht fühlen.
„Ich sag ja nix. Nur sitzt du nach all den Diskussionen über mein Konsum jetzt hier und bettelst mich quasi an, dir das weiße Zeug zu besorgen.“, sein Gesicht zeichnete ein leicht hämisches Grinsen und ich gönnte ihm seine 10 Minuten Überheblichkeit. Ich hab keine Lust ihm erneut unsere unterschiedlichen Konsummuster zu verdeutlichen.
„Ich geh es holen, willst du mit?“, fragte er nach einem Blick auf sein Handy.
Ich schüttelte nur den Kopf, fremde Menschen, Dealer sind für mich ein Tabu. Selbstabsicherung. So lange ich mein Zeug nur von Bekannten hole, fühl ich mich abgesicherter. Die verdienen nichts an mir und könnten mir wenn es ausartet einfach nichts mehr geben.
Nach einer Weile kam er zurück in die Wohnung und warf mir ein Packet vor die Nase.
„Für 30€, ich hol mir ‘nen 5er raus, den Rest kannst du behalten, passt.“, sagte er und suchte seine Platte, sowie die Waage.
„Komm scheiß drauf, hol dir so viel du brauchst.“, kommentierte ich das Gesuche genervt.
Immer diese Geld scheiße, als ob mich das gerade interessiert. Er reichte mir schließlich die Platte und ich zog fein säuberlich fünf Lines.
Was mach ich hier eigentlich? Ziehen mit meinem Ex? Wir wissen doch genau wie das endet.

Deutschland deine Kinder · Heute

Rückschlag.

Wieder voll dabei, die Reste leer gezogen, abfuck, spätestens morgen. Immer nur betäuben, was andres nie gelernt, schreiben bis die Worte in dir brennen. Lasst mich endlich normal sein, lasst mich diese Helfer nicht kennen.

Mischkonsum, mein lieber Freund. Erst die Platte leer hacken, ein wenig Alkohol drauf, später noch fliegen, von da aus sehen Depressionen harmlos aus

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Damals · Deutschland deine Kinder

Ein Herz für Drogen

Deutschland , 17.08.2013, 15:30
18 Jahre

 

„Ich will nicht wieder in die Schule, das nervt mich jetzt schon wieder alles.“, maulte ich und ließ mich zurück in das Gras fallen. Ich genoss die letzten Sonnenstrahlen des Jahres.
„Wer hat das schon.“, er befeuchtete grade das Longpape und streckte mir anschließend das Kunstwerk hin.
„Voll schön.“, und ich merkte das meine Augen gerade wieder zu funkeln begannen.
„Hier mach schon, dann vergisst du wenigstens mal kurz wieder die Schule.“, grinste der Lockenkopf.
„Echt, heute mal kein `Wer haut der baut´ -Gerede?“
„Das macht mit dir irgendwie kein Spaß, jetzt mach schon, ich hab Gims.“, lachte er und ich nahm ihm Schulterzuckend den Joint aus der Hand.
Ziehen, den Rauch im Körper spüren und lächeln. Der erste Zug ist immer gleich. Ausatmen. Das Spiel noch mal von vorne.
Wenn man mit jemandem zusammen kifft, der schon seit vier Jahren täglich raucht, brauchst du als Anfänger nicht viel um mal kurz zu fliegen.
Trotzdem zieh ich noch zwei Mal, um mich anschließend in das wunderbar weiche, grüne Gras fallen zu lassen. Aus dem Handylautsprecher tönt Herzog.
Drogenrap in seiner Perfektion.
„Besser?“, fragte er irgendwann, mein Zeitgefühl lag irgendwo auf dem Mars.
„Viel besser.“, grinste ich.
Aus dem Handy kommt seit einer halben Ewigkeit „Ein Herz für Drogen“ von Herzog.
„Ich glaube…“, sagte er mit philosophisch lachender Stimme „…du hast auch langsam ein Herz für Drogen.“

 

Langsam? Nein, eigentlich immer, nur hatte ich früher meist mehr Selbstkontrolle.

 

Damals · Deutschland deine Kinder

Übertrieben

Ausland, 16.11.2015, 20:30
19 Jahre

Gerade hatte ich mein Gast Kind ins Bett gebracht und war froh einfach nur auf meinem Bett zu liegen. Ich war normal, freute mich einfach nur, dass ich Feierabend hatte und abschalten konnte. Diese Ruhe, wenn alle Kids schlafen. Au-pair sein kann anstrengend werden, so ganz frei hat man nie und so ganz alleine ist man auch nie.

„Dein Ex-Freund hat versucht sich umzubringen.“, stand in großen schwarzen Buchstaben auf meinem Handydisplay und ich verlor jegliche Kontrolle über meine Gesichtsmuskeln. Absender war meine momentane Lieblingsfreundin.
War bis vor einer Minute nicht noch alles gut? War ich nicht normal jetzt, normal in diesem ganz normalen Leben.
„Hallo?“, meldete sich eine müde Stimme aus Deutschland
„Du wolltest dich umbringen?“, fragte ich mit zitternder Stimme.
„Ich stand vor der Entscheidung, aber ich habe alles meinen Eltern erzählt.“, für diesen Satz brauchte er 10 Minuten, weil er immer wieder den Faden verlor. Psychosen, Paranoia, Depression. Tagelanger Ecstasy Konsum, Mischkonsum, komische Leute. Kontrolle verloren, den Absprung nicht geschafft. Sofort zogen sich die Risse durch meine heile Welt.
Ich schaff es nicht, ich komm da nie raus.
Ich bin zu weit weg, ich bin zu nah dran. Alles stürzt wieder ein. Hilflos.

Heute

Probleme lös ich locker mit ’nem billigen Wein

Deutschland, 18.06.2017
22 Jahre

Das waren wir doch, oder? Machen wir das nicht so? Haben wir uns nicht selbst so erzogen? War das nicht unser Standard?
Unsere großen Nächte, die voller Vertrautheit und Liebe, sind das nicht die, an die wir uns die meiste Zeit nicht mal erinnern?
All unsere intimsten Gedanken, wertvollsten Gespräche bauen doch lediglich auf einer Substanz auf. Einer die letztlich so viel kaputt macht, wie sie uns schenkt, die uns immer in die gleichen Muster treibt und vor die gleichen Probleme stellt.

Wer sind wir und was haben wir da nur wieder getan? Sind das noch wir oder sind genau das wir? Werden wir ehrlich oder sind wir am Ende bloß Vollidioten?
Wenn man Häuser auf ein Fundament baut und dieses am Ende zerstört, zerstören sich dann all unsere Freundschaften, wenn wir den Alkohol einfach mal weg lassen?
Wo kommen dann die Dramen her? Oder benutzen wir all diese einfach dafür uns am Ende wieder betrinken zu können?
Erweitern wir unser Bewusstsein oder sperren wir uns selbst bloß ein?
Entstehen unsere Probleme auf Alkohol und wir lösen sie nüchtern? Oder wäre es letztlich ohne diese Nächte nicht genauso?